Einen Rechtsstreit zu führen ist keine kurzlebige Modeerscheinung. Viel häufiger ist eine gerichtliche Regelung heutzutage unvermeidbar, denn die betroffenen Parteien sind sich derart uneins, dass nur ein richterlicher Urteilsspruch Klarheit schafft. Die Gründe können gewichtig wie belanglos sein. Die Höhe der Streitsumme überschaubar oder gewaltig. Ihre Gemeinsamkeit ist der Kostenfaktor.
Ein Rechtstreit setzt eine Bürokratie in Gang, deren einzelner Räder – Anwälte, Richter, Beamte, Sachverständige – vielleicht nicht nur langsam arbeiten, sondern auch Unkosten veranschlagen. Diese fallen dann letztendlich auf den Verlierer des Verfahrens zurück. Doch bis zu diesem Punkt müssen Kläger wie Angeklagter die Kostenvorschüsse zahlen. Bei einem kleinen Rechtstreit mag dies unerheblich sein, doch wenn mehrere Instanzen durchlaufen werden müssen, ist der Kostenfaktor sehr hoch. Umgangen werden kann dies durch eine Rechtschutzversicherung. Damit wird mitunter das gesamte Kostenrisiko versichert.
Je nach Versicherungsvertrag zahlt der Versicherte nur eine geringe Selbstbeteiligung oder auch keinen Cent. Neben der Höhe des Beitragssatzes besteht auch Varianz in der Kategorie des Rechtschutzes. Einzelne Versicherungen wie die Arbeitsrechtschutzversicherung oder die Wohnungs- und Grundstücksversicherung können in Kombination, einzeln oder im Paket mit mehreren anderen genutzt werden. Die Anzahl der Einzelversicherung summiert sich dann zum endgültigen Beitrag. Welche Versicherungen sinnvoll oder notwendig sind, stellt sich im Gespräch mit dem Vertreter der Versicherungsgesellschaft heraus. Angeboten werden Rechtschutzversicherungen mittlerweile von den meisten Versicherungen.
Vom Rechtschutz kategorisch ausgeschlossen sind jedoch Scheidungsfälle, Konkursverfahren, Verfahren vor einem internationalen Gerichtshof oder Verfahren vorsätzlicher Straftaten. Zudem aber auch Verfahren, deren Ursache schon vor dem Abschluss des Versicherungsvertrags oder in den ersten drei Monaten bestand. Diese Vorvertraglichkeit gilt es einzuhalten; daher empfiehlt sich die ständige Rücksprache mit dem Versicherungsanbieter.
Grundsätzlich gilt jedoch: Der Hilfe der Rechtschutzversicherung bereits in der Ausgangslage gewiss, braucht niemand mehr einen finanziellen Engpass zu fürchten, sollte sich die Verhandlung in die Länge ziehen oder sollten andere Widrigkeiten einen schnellen und einfachen Abschluss verzögern.